| Asbestfasern, die
durch Verwitterung oder durch mechanische Bearbeitung von
Asbestzementplatten frei werden, können zu schweren Erkrankungen
führen. Der Umgang mit Asbestzement- Produkten ist in der TRGS 519
(Techn. Richtlinie für den Umgang mit Gefahrstoffen)
geregelt. Aus dieser Erkenntnis resultieren im Sanierungsfall
Auflagen, die durch die neueste Gefahrstoffverordnung präzisiert sind.
Mechanische Reinigung (z.B. durch Besen) ist untersagt. Bei Reinigung
durch Druckwasser muss das Aufwirbeln von Fasern verhindert und das
Ablaufwasser aufgefangen werden.

Bei Abriss muss vor Beginn der Maßnahme das zuständige Bauordnungsamt
informiert werden. Die Monteure sind mit Vollschutzkleidung und
Atemschutzgerät auszustatten. Die demontierten Platten und Bruchstücke
sind in geeigneten Foliensäcken auf Einwegpaletten fachgerecht zu
entsorgen. Die damit verbundenen Kosten können im Einzelfall die
Kosten einer Neueindeckung übersteigen. Weitere sehr wichtige
Hinweise zu diesem Thema können Sie
hier nachlesen.

Bei fortgeschrittener Alterung von Wellasbest- Dachplatten durch
Algenbewuchs und Erosion ist der Verbund der eingebauten Faserstoffe
nicht mehr gewährleistet. Ständige Bewegung der Leichtbaudächer, z.B.
durch Wind, führt dazu, dass die Befestigungselemente entweder gelöst
sind oder durch Spannungen zu Rissen in den Dachplatten führen. In
allen Fällen kann bei älteren Wellasbest- Dächern davon ausgegangen
werden, dass die ursprünglichen mechanischen Eigenschaften der
Dachkonstruktion nicht mehr vorhanden sind.
Für den Bauherrn stellt sich damit die Frage nach einer sinnvollen
und wirtschaftlich vertretbaren Sanierungsmethode. Die Vielzahl
angebotener Systeme erleichtert die Auswahl ganz sicher nicht. Da eine
gründliche Vorbehandlung, wie z. B. Reinigung der Dachfläche,
unzulässig ist, scheiden alle üblichen Beschichtungen im
Dünnbettverfahren aus.

Hier bietet sich zur Sanierung das Verfahren der Ortverschäumung
mit Polyurethan- Hartschaum an. Bei diesem Verfahren wird ohne
nennenswerte Vorreinigung -lose Moospolster werden aufgesammelt- der
Ortschaum im Sprühverfahren auf das Dach in mehreren Lagen bis zu
einer Gesamtdicke von etwa 40 mm aufgebracht. dabei wird das Dach
mechanisch erheblich verbessert, es entsteht praktisch ein
Verbundelement. Neben der zuverlässigen Abdichtung und mechanischen
Verbesserung wird dabei das Dach noch optimal wärmegedämmt! Die
außenliegende Wärmedämmung "beruhigt" das Dach thermisch, sie
verringert das "Arbeiten" der Dacheindeckung durch Wärme und Kälte.
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